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Welche Heringe brauchst du für Vorzelt und Wohnwagen?

Reinier Tijssen Reinier Tijssen 1. August 2026 3 Min. Lesezeit
Welche Heringe brauchst du für Vorzelt und Wohnwagen?

Ein Vorzelt ist im Grunde ein Segel. Welche Länge, welche Form und wie viele Heringe du brauchst – und der Fehler, den fast alle machen.

Ein Vorzelt ist im Grunde ein Segel. Es hat eine große, flache Fläche, es steht meistens genau quer zum Wind, und es ist nur an ein paar Punkten mit dem Boden verbunden. Wenn irgendwo etwas nachgibt, dann dort.

Trotzdem sehe ich auf Campingplätzen immer wieder Vorzelte, die mit den dünnen Stiften abgespannt sind, die beim Zelt dabei lagen. Das geht gut, bis es einmal richtig bläst.

Warum das Vorzelt andere Heringe braucht als das Zelt

Bei einem Zelt verteilt sich der Zug auf viele Abspannpunkte. Beim Vorzelt sind es weniger Punkte, die dafür deutlich mehr aushalten müssen. Dazu kommt die Höhe: Ein Vordach fängt Wind auf zwei Metern Höhe, und jeder Zentimeter Höhe vergrößert den Hebel auf den Hering im Boden.

Praktisch heißt das: länger und breiter. Nicht mehr Heringe, sondern größere.

Die Faustregel: 26 cm

Für Vorzelt, Vordach und Sonnensegel nehme ich 26-cm-Heringe. Das ist die längste Größe, die noch bequem einzuschlagen ist, und sie sitzt tief genug, dass sie auch bei einer Böe nicht anfängt zu wandern.

Bei normalem Campingplatzboden – Gras mit Erde darunter – nimmst du die Variante mit breiten Stegen. Steht dein Wohnwagen auf einer Schotterparzelle, brauchst du das Gegenteil: schmal und massiv, sonst kommst du nicht rein. Dann sind es die 26-cm-Felsheringe.

Der Fehler, den fast alle machen

Die Heringe sitzen zu nah am Vorzelt.

Je weiter der Hering vom Zelt entfernt steht, desto flacher läuft die Leine und desto mehr Zug wirkt nach unten statt nach oben. Ein Hering, der nach unten belastet wird, sitzt bombenfest. Ein Hering, an dem fast senkrecht gezogen wird, kommt irgendwann heraus – egal wie lang er ist.

Deshalb sind längere Abspannleinen beim Vorzelt oft wichtiger als noch längere Heringe. Fünf Meter statt drei klingt nach wenig, macht aber genau diesen Unterschied im Winkel.

Wie viele brauchst du?

Zähl die Abspannpunkte deines Vorzelts und rechne ein Viertel dazu. Nicht weil du sie alle brauchst, sondern weil immer einer verbiegt, einer im Gras verschwindet und einer beim Nachbarn landet.

Für ein durchschnittliches Wohnwagen-Vorzelt kommst du mit zwölf Stück gut aus. Bei einem großen Vordach mit Seitenwänden eher mit vierundzwanzig.

Und wenn Sturm angesagt ist?

Drei Dinge, in dieser Reihenfolge:

  1. Leinen nachspannen. Eine lose Leine ruckt, und Ruckbelastung zieht Heringe heraus. Eine straffe Leine zieht gleichmäßig.
  2. Winkel prüfen. Der Hering soll im rechten Winkel zur Leine stehen, nicht senkrecht im Boden.
  3. Doppeln, wo es zieht. An den zwei Ecken, die dem Wind zugewandt sind, setzt du zwei Heringe statt einem, leicht versetzt.

Wie das genau geht, steht Schritt für Schritt in der Anleitung.

Kurz zusammengefasst

Vorzelt heißt: 26 cm, breite Stege auf Wiese, schmal und massiv auf Schotter, und lieber längere Leinen als noch längere Heringe. Wenn du nicht weißt, worauf du landest, nimm ein Sparset mit beiden Typen mit.

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Reinier Tijssen, Gründer von Haringboer

Geschrieben von

Reinier Tijssen

Produktdesigner & Gründer von Haringboer®

Entwirft seit 2013 Zeltheringe, die nicht verbiegen, nicht verloren gehen und nicht an den Fingern ziehen. Arbeitet von Zwolle aus an cleveren Camping-Tools, gemeinsam mit seinem Hersteller und Studierenden.

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